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Für Betroffene könnte diese Regelung problematisch werden. Helena Steinhaus, Gründerin der Initiative Sanktionsfrei e.V., kritisiert die Pflicht zur persönlichen Vorsprache, um zu überprüfen, ob jemand „wirklich krank“ sei. Viele Betroffene versäumten Termine nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil Panikattacken, depressive Phasen oder soziale Phobien sie im Alltag blockieren. Der Sozialrechtsexperte Utz Anhalt erklärt bei gegen-hartz.de: „Wer täglich darum kämpft, überhaupt aufzustehen, braucht keine Drohkulissen. Er braucht ein System, das Erkrankungen ernst nimmt – nicht eines, das sie anzweifelt. Die neue Grundsicherung baut ein System auf, das psychisch erkrankte Menschen unter Generalverdacht stellt.“

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  • Kornblumenratte@feddit.org
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    16 hours ago

    Zustimmung sorgt für Zuhören. Wenn ich mein Gegenübery von etwas überzeugen möchte, muss ich es da abholen, wo es steht, und aus seiner Sicht argumentieren. Wenn ich gegen jemand argumentiere, werde ich ihn kaum %berzeugen können. Dass es wichtig ist, Sozialbetrug vorzubeugen, kann so ein gemeinsame Grundlage sein. Und dann können wir diese Wichtigkeit in Relation zu anderen Werten setzen.

    Die von Dir vorgebrachte Argumentation würde ich in etwa so formulieren: “Ja, Sozialbetrug vorzubeugen ist total wichtig! Glücklicherweise funktioniert unser jetziges System so gut, dass es kaum welchen gibt. Statt die Arbeitsämter mit Systemumstellungen und neuen Aufgaben zu überlasten, sollten wir unser bewährtes System behalten.”