ZL;NG
Kleinmengen selbst anbauen ohne nennenswerte Investitionen.
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Outdoor:
Pro: kein Equipment notwendig. Samen in Erde und fertig.
Con: unkontrollierbare Umgebung, deutlich mehr Stress für dich und deine Flanze. Hohes Risiko für Misserfolg. Potentiell riesen Ernten mit miserabler Qualität.
Indoor:
Pro: deutlich stressfreier und fehlerverzeihender. DU bestimmst die Bedingungen.
Con: Etwas Equipment und Basteln notwendig. Rabbithole-Gefahr ;)
Geringere Ausbeute zu besserer Qualität
Warum?
Die Versorgungslage ist nach 2 Jahren CanG immer noch scheiße.
Als Viel-Konsument mit Startkapital und Platz ist man mit einem krassen Grow-Setup prima aufgehoben und kann theoretisch mehrere hundert Gramm im Quartal ernten.
Aber als Gelegenheitskiffer, wo man nur hier und da ein paar Gramm für besondere Anlässe will, macht es einfach keinen Sinn, locker mal 500€ für krasses Equipment auszugeben, wenn man noch nicht mal Erfahrung hat. Oder die Zeit. Oder Lust. Oder Geld. Oder schlichtweg den Platz. Da ist man aufgeschmissen.
Klar, es gibt zwielichtige Online-“Ärzte”, wo man sich recht niederschwellig was besorgen kann. Aber wer weiß, wie lange uns diese Option noch bleibt?
Social Clubs sind zwar gaaaanz langsam am kommen, aber kaum jemand kriegt was. Und wenn, dann nur mit hohen Mitgliedsbeiträgen. Ist also auch kaum eine Option.
Dann bleibt zum Schluss nur noch der Dealer. Im besten Fall ist das der nette Nachbar von nebenan oder der Grow-Kumpel, der was übrig hat, aber häufig sind die waschechten Dealer mit zwielichtigen Hintergründen der letzte Ausweg.
Weil ich die “Dealer” jeder Art, egal ob Online-Apotheke, oder Straßendealer, nicht unterstützen wollte, hab ich vor knapp 2 Jahren meine Grow-Reise gestartet und angefangen, mich einfach selbst zu versorgen.
Da es meine finanziellen (und räumlichen) Mittel sowohl damals, als auch jetzt, kaum “Luxus” zuließen, musste ich erfinderisch werden und mir für kleinstes Budget nach und nach was zusammenbasteln. Und mit dieser gesammelten Erfahrung will ich euch nun zeigen, wie auch ihr das hinbekommt und nicht die selben Fehler macht wie ich :)
Ziel
Als Gelegenheitskiffer kommt man mit ein paar Gramm Blüten lange über die Runden. Besonders, wenn man mit Vaporizer oder Edibles konsumiert.
Ein Grow-Zyklus (Samen bis Ernte) dauert ca. 3 Monate, und wir wollen ca. 5-15 Gramm mit akzeptabler Qualität ernten.
Dabei wollen wir aber das Budget absolut so gering wie möglich halten. Ziel hier ist definitiv unter 100€ zu bleiben!
Dabei müssen wir natürlich massiv Abstriche machen. Neuwertiges spezielles Equipment ist teuer, und das rentiert sich für unsere Ansprüche nicht. Ein klein wenig Tüfteln oder Improvisieren ist vorprogrammiert.
Günstig Zeug herkriegen - wie?
Samen hab ich bisher von LindaSeeds bezogen. Die sind dort extrem günstig und haben funktioniert. Ob ich Billig-Seeds aber für eine gute Qualität empfehlen kann, muss ich noch rausfinden. Als Anfänger killt man aber gerne mal den einen oder anderen Sämling, und macht generell viele Grow-Fehler, daher merkt man den Unterschied wahrscheinlich eh wenig. Für 3€/ Samen kann man imo wenig falsch machen und verballert nicht gleich 20€ ;) Für Diskussionen bin ich aber offen und korrigiere meine Aussage auch gerne.
Sonstiges Equipment kann man auch prima auf Kleinanzeigen kaufen. Bei Action, Lidl, Discount-Baumarkt und Gartencenter wird man auch immer mal wieder fündig.
Von Growshops und anderen Cannabis-spezifischen Produkten würde ich eher abraten, da zahlt man die “Green-Tax”.
Möglichkeit 1: Outdoor
Das wäre die logischste Option. Mutter Natur hat uns bereits mit einem hochwertigen Vollspektrum-Growlight und gutem Airflow versorgt ;)
Was wir brauchen
Hier benötigen wir nur einen Samen, hochwertige Komposterde und Blumentöpfe.
Beim Substrat empfehle ich Tomatenerde, weil alles was “speziell” für Cannabis gemacht wurde fick teuer ist. Tomaten und anderes starkzehrendes Gemüse hat die selben Ansprüche wie Hampf und ist viel billiger. Wichtig ist, dass Perlit mit untergemischt wird, sonst droht Wurzelfäule.
Und als Blumentopf wäre mein Pro-Tipp, sich für Stofftöpfe zu entscheiden. Die sorgen für extra Belüftung und gesunde Wurzeln. Je nachdem, wie spät ihr im Jahr startet, sind 15l ausreichend, aber ich würde vorsichtshalber bis zu 50l empfehlen. Sonst gießt ihr euch im Sommer dumm und dämlich!
Im Laufe der Zeit braucht man natürlich auch Dünger. Am besten eignet sich dafür organischer Gemüsedünger, am besten in Granulatform eine Hand voll zwischendurch.
Insgesamt kommen wir hier auf 20€.
Ablauf und Probleme
Hanf wächst bei guten Bedingungen extrem schnell. Wenn wir im April/ Mai schon starten, haben wir im Spätsommer einen Baum aufm Balkon stehen und ernten im Worst-Case ein Kilo angeschimmeltes, minderwertiges Weed. Das wollen wir nicht.
Bei kleinen Töpfen (20l) können wir locker erst im Juni starten (photoperiodische Samen) und dafür bis zu 3 verschiedene Sorten probieren.
Das klingt alles zu toll um wahr zu sein? Ist es auch.
Outdoor ist herausfordernd. Selbst bei Autoflowers, die im Sommer schon erntereif sind, droht ein kleiner Regenschauer dir die gesamte Ernte zu verschimmeln. Im Herbst wird es noch schlimmer. Auch die Elemente selbst sind Stress pur für die Pflanzen. Und Schädlinge kriegen sie auch meistens. Dann brauchen wir auch noch Pestizide zusätzlich.
Bisher waren meine Outdoor-Ernten weniger erfolgreich. Meine Northern Lights letztes Jahr zum Beispiel hat zwar “kiloweise” (keine Ahnung wie viel, ist viel in den Müll gewandert) abgeworfen, aber das war alles extrem minderwertige Hecke am Ende, die kaum zu gebrauchen war. Unreif, schwach, und voller Haare. Der Pozilei ist das aber egal, du bist immer mit einem halben Fuß im Knast.

Wenn du aber einen Balkon mit Glasdach, ein Gewächshaus, oder einen Überstand für den Herbst hast, kann das prima klappen!
Hampf braucht aber viel Licht. Optimal ist ein Südwestbalkon ohne Überdachung.
Bei einem Grow im Garten braucht ihr ein absperrbares Gewächshaus, sonst macht ihr euch strafbar!
Möglichkeit 2: Budget-Indoor
Vorteile:
- Man braucht nur eine kleine freie Ecke, z.B. in der Besenkammer oder einem Schrank.
- Flanzen haben ideale Umgebung, frei von Regen oder anderen Stressfaktoren. Das ist auch für DICH weniger stressig! :)
- Bessere Qualität. Weniger Dreck (Haare, Fliegesamen, Insekten, usw.) in Blüten, höhere Potenz, und geringeres Schimmelrisiko. Bei Outdoor muss man oft noternten und die Flanze frühreif schlachten.
- Unauffälliger. Die kritischen Nachbarn sehen deine riesen Palme auf dem Balkon nicht.
- Unabhängig von Jahreszeiten, du kannst Erntezeitpunkt selbst steuern.
Was man benötigt
So sah mein allererster, improvisierter Grow aus:


Als geeigneter Platz hat sich damals die Unterseite meines Tischs erwiesen, wo der 3D-Drucker drauf stand. Weitere Ideen wären z.B. ein Regal, in einem Schrank (z.B. Kleiderschrank), ein kaputter alter Kühlschrank, eine große Papp-Box, oder sogar ein altes PC-Case! Ideal wären mindestens 30x30x90 cm
Am besten kleidet man den Growbereich reflektierend aus. Das geht prima mit Radiatorfolie oder Abdeckfolie für Windschutzscheiben.
Für einen guten Airflow kann man einen PC-Lüfter anbringen. Ich empfehle einen mit einstellbarer Drehzahl für knapp 10€. Eine leichte Brise (Umluft) sorgt dafür, dass die Luft in der Box in Bewegung bleibt und die Pflanze frei atmen kann.
Einen Abluftfilter (u.a. Aktivkohle) brauchen wir hier nicht. Wir verwenden kein luftdichtes Growzelt (Gasaustausch gewährleistet) und der Geruch sollte sich bei der Größe sehr in Grenzen halten. Ich empfehle trotzdem beim Kauf der Samen drauf zu achten, dass die Sorte nicht zu sehr mieft ;)
Wenig später kam auch schon das erste Upgrade. Ich bin auf ein IKEA-Regal umgestiegen.


In der Zwischenzeit hab ich mir noch ein besseres Growlight gekauft.

Und da sind wir auch schon beim Growlight.
Anfangs hatte ich irgendwelche generischen Zimmer-Glühbirnen herumliegen. Die haben kurzzeitig mehr oder weniger funktioniert, sind aber die allerschlechteste Option. Geringe Lichtausbeute (Effizienz), zu dunkel, und nicht die richtige Wellenlänge.
Das nächste Upgrade waren 24W Sansi Growlight-Glühbirnen für 25€ das Stück, speziell für Pflanzen. Die waren schon deutlich besser und kann ich empfehlen. Für einen sehr kleinen Growspace sollte eine reichen. Kann man aber nicht dimmen.
Ich bin der Meinung, dass die Lampe der wichtigste Teil im Setup ist, und man da auch nicht sparen sollte, wenn man kann. Wenn ihr das Geld dafür habt, kann ich z.B. die Viparspectra P600 für 70€ (neu) oder was ähnliches empfehlen. Die hat richtig viel Power mit wenig Stromverbrauch, und ist auch eine nachhaltige Lösung wenn ihr euren Growspace vergrößert.
Mit etwas Suche kann man sowas auch deutlich günstiger gebraucht finden.
Und zu guter Letzt, der Topf mit Erde. NOPE! Ich persönlich rate von Erde (organischem Zeug) absolut ab. Draußen ja, drinnen nein.
Mit klassischer Erde habt ihr krasse Nachteile.
Die funktioniert so: der Dreck verrottet, und durch diesen Zerfall (Bakterien, Schimmel) werden mit der Zeit Nährstoffe freigesetzt. Dieser Prozess zieht Viecher an, die sich genau auf sowas spezialisiert haben. Der Growbereich sollte möglichst sauber bleiben. Oder wollt ihr Käfer, Würmer, Milben, Springschwänze und Trauermücken in eurem Kleiderschrank?
Auch Schädlinge wie Thripse fühlen sich in Erde pudelwohl, und so Zeug wird man nur schwer wieder los.
Deshalb arbeiten wir Indoor nur mit Hydroponik. Das mag jetzt unnötig kompliziert und fancy klingen, ist aber simpel. Die Pflanzen stehen in einem nicht-verrottenden Substrat und kriegen ihre Nährstoffe via Kunstdünger. Wir arbeiten hier komplett passiv, also ohne Luftpumpen, Elektronik, Messinstrumenten, oder sonst was.
Das hat nicht nur den Vorteil, dass es cleaner ist, sondern ist auch einfacher und effizienter.
Meine Empfehlung ist folgendes: Kokosfasern (am besten mit Perlit), und halb-dosierter Flüssigdünger bei jedem Gießen in Leitungswasser angemischt. Ihr müsst nur darauf achten, dass er ALLE Mikronährstoffe auch enthält, und nicht nur NPK.
So einer funktioniert zum Beispiel ganz gut:

Wir gießen jedes Mal, bis unten was aus dem Topf rausläuft, damit sich keine Dünger- oder Kalkreste ansammeln. Ansonsten ist das Handling wie in gewohnter Erde.
Alternativ, was ich persönlich nochmal lieber habe (Geschmackssache), ist Semi-Hydro, wo wir Blähton als Substrat verwenden. Dabei steht der Topf paar Finger breit in Düngerwasser, und man hat einen Füllstandsanzeiger, der einen sagt, wann man wieder gießen muss. Sonst selbes Schema wie bei Coco, und ca. jedes 2.-3. Mal gibt’s Wasserwechsel.
Das war’s auch schon!
Nach und nach kann man, wie ich es auch gemacht habe, sein Setup mit der Zeit nach Bedarf upgraden. Ihr braucht nicht alles (Growzelt, Wasserfilteranlage, Aktivkohlefilter, usw.) sofort kaufen. Schaut, wo Probleme auftreten, und verbessert euer Equipment mit kommender Erfahrung.
Man kann sich mit kleinstem Platz und 50-100€ prima selbst versorgen :)
Was ich mit dieser Anleitung zeigen wollte ist, dass die Einstiegshürden ins Growen deutlich geringer sind als viele Nerds behaupten.
Selbst Anbauen macht Spaß, es gibt tolle Communities (wie unsere hier) und ist günstiger als sich Gras kaufen zu müssen. Damit ist man immer unabhängig, erst recht vom Dealer!

